Wissenswertes zu Mitte 15
Die häufigsten Fragen zum Projekt, kurz und konkret beantwortet.
Allgemeines
Was war der bisherige Planungsprozess?
Überlegungen zur Neunutzung des Westbahnhofareals gibt es bereits seit vielen Jahren. In den letzten Jahren hat sich der notwendige Spielraum ergeben, diesen Bereich neu zu betrachten. Vor diesem Hintergrund startete 2022 ein neuer Planungs- und Beteiligungsprozess zur Entwicklung eines Stadtteilentwicklungskonzepts (SEK). Dieses Stadtteilentwicklungskonzept wurde 2024 als eine gemeinsame Grundlage für die zukünftige Entwicklung durch die Stadtentwicklungskommission (STEK) beschlossen – darauf bauen nun die nächsten Schritte auf.
Wie groß ist das Plangebiet bzw. die Entwicklungsfläche?
Die Entwicklungsfläche inklusive Potentialflächen im Bereich der Schmelzbrückenrampe sowie des Parkhauses am Westbahnhof beträgt rund 6 Hektar. Ein Großteil der Fläche ist derzeit versiegelt und wird gewerblich oder für Bahnzwecke genutzt.
Welche Chancen bietet das Gebiet?
Das Areal ist heute stark versiegelt und nicht öffentlich nutzbar. Erst durch die Neuplanung kann ein großer, zusammenhängender Grün- und Freiraum geschaffen und dauerhaft gesichert werden. Gleichzeitig wird das Gebiet geöffnet und besser in den Stadtteil integriert. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass es sich um eine innerstädtische Fläche im Eigentum der ÖBB handelt. Um die Entwicklung langfristig umsetzen zu können, braucht es neben dem Grün- und Freiraum auch Nutzungen, die wirtschaftlich tragfähig sind. Ziel ist daher eine ausgewogene Lösung, die einen großen Grün- und Freiraum ermöglicht und gleichzeitig einen sparsamen und sinnvollen Umgang mit innerstädtischen Flächen sicherstellt.
Zeitplan & Verfahren
Wann wird Mitte 15 umgesetzt?
Der Planungsprozess befindet sich aktuell in einem frühen Entwicklungsstadium. Mit dem Stadtteilentwicklungskonzept (SEK) wurden die grundlegenden Ziele festgelegt.
Der nächste Schritt ist ein städtebaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb. Der Wettbewerbssieger wird auf dieser Grundlage ein städtebauliches und freiraumplanerisches Leitbild ausarbeiten. Erst danach folgen Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung. Die tatsächliche Umsetzung wird daher noch einige Jahre in Anspruch nehmen.
Wie verläuft der Wettbewerb?
So verläuft das Wettbewerbsverfahren.
Was ist ein Stadtteilentwicklungskonzept (SEK)?
Das Stadtteilentwicklungskonzept (SEK) ist ein Instrument der Wiener Stadtplanung, das die grundlegenden Ziele und Leitlinien für die Entwicklung eines Stadtteils festlegt. Es liegt zwischen den übergeordneten Strategien der Stadt und den späteren, konkreten Planungen wie dem städtebaulichen und freiraumplanerischen Leitbild. Das bedeutet: Im SEK wird festgelegt, was im Gebiet grundsätzlich erreicht werden soll – zum Beispiel in Bezug auf Grünraum, Klima, Nutzung oder Verbindungen. Konkrete Planungen – wie die genaue Ausgestaltung von Gebäuden, Wegen oder Freiräumen – entstehen erst in den darauffolgenden Planungsschritten, etwa im Wettbewerb und/oder im städtebaulichen und freiraumplanerischen Leitbild sowie in der Flächenwidmung. Das SEK bildet damit die verbindliche Grundlage für die weitere Entwicklung über einen längeren Zeitraum.
Was ist ein städtebauliches und freiraumplanerisches Leitbild?
Das städtebauliche und freiraumplanerische Leitbild ist ein Planungsinstrument für die Entwicklung eines Quartiers. Es legt fest, wie dicht gebaut wird, wie hoch Gebäude sein dürfen und wofür sie genutzt werden. Auch die Anbindung an Straßen und Wege sowie die Menge und Qualität der Grün- und Freiflächen werden darin geregelt. Zusätzlich werden wichtige Themen wie Klima und Energie sowie die soziale Infrastruktur (z. B. Schulen oder Treffpunkte) berücksichtigt. Das Leitbild ist eine zentrale Grundlage für die weiteren Planungsschritte: Es bildet die Basis für spätere Widmungsverfahren, liefert wichtige Inhalte für die Strategische Umweltprüfung und dient als Grundlage für zukünftige städtebauliche Verträge.
Nutzungen
Welche Nutzungen sind im Gebiet vorgesehen?
Im Mittelpunkt der Entwicklung stehen großzügige sowie attraktive Grün- und Freiräume für Erholung, Bewegung und Begegnung. Ergänzend soll in Teilbereichen auch eine bauliche Entwicklung ermöglicht werden, z.B. für leistbares Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Sport. Im Stadtteilentwicklungskonzept (SEK) „Mitte 15“ wurde mit dem Beschluss der Stadtentwicklungskommission (STEK) im Februar 2024 verankert, dass das Entwicklungsareal entlang der Felberstraße auch Potential für diverse betriebliche Nutzungen bietet. Welche Nutzungen es konkret sein sollen, wird im Rahmen des Wettbewerbs und der anschließenden Leitbildphase erarbeitet.
Welche Logistikeinrichtungen werden diskutiert?
Diskutiert werden kleinere Logistikeinrichtungen wie Mikro-Hubs oder Paketabholstationen, denn die Feinverteilung von Waren vor allem in den dichtbebauten Bezirken wie Rudolfsheim-Fünfhaus ist eine große Herausforderung. Paketabholstationen oder kleine Warenlager an zentralen Orten halten den Paket-Lieferverkehr aus den Wohngebieten fern und sind für die angrenzende Wohnbebauung aus ökologischen Gründen sinnvoll.
Insgesamt besteht das Ziel, das Verkehrsaufkommen am Westbahnhofareal entlang der Felberstraße und in der Umgebung zu reduzieren und nicht zusätzlichen Verkehr zu erzeugen. Nutzungen dieser Art könnten abschnittsweise unterhalb des geplanten Grün- und Freiraums auf Ebene der Gleisanlagen Platz finden – die konkrete Ausgestaltung wird jedoch erst im weiteren Planungsprozess festgelegt.
Grün- & Freiraum
Entstehen neue Grün- und Freiräume für den Bezirk?
Geplant sind Grün- und Freiflächen im Umfang von rund 5 Hektar. Die genaue Ausgestaltung ist Gegenstand des städtebaulichen und freiraumplanerischen Wettbewerbs, der ab Herbst 2026 stattfindet.
Wie werden stadtklimatische Aspekte in die Planungen einbezogen?
Das Mikroklima soll gegenüber dem heutigen Zustand verbessert werden. Mehr Grün- und Freiflächen, zusätzliche Bäume sowie Entsiegelung sollen einen positiven Beitrag zum Mikroklima leisten. Um Auswirkungen auf das Stadtklima wie unter anderem die Kaltluftabflussbahn zu vermeiden, fließen Klimaanalysen und Simulationen in die Planung ein.
Mobilität
Welche Rolle spielen Fuß- und Radverkehr in den Planungen?
Die Verbesserung der Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr ist ein zentrales Ziel der Planungen. Durch das Vorhaben sollen neue Wege entstehen und bestehende Verbindungen verbessert werden – auch über das Westbahnhofareal hinweg. Damit wird eine zentrale Barriere im Bezirk reduziert und die beiden Bezirksteile besser miteinander verbunden.
Wie ist das Gebiet an den öffentlichen Verkehr angebunden?
Das Gebiet ist bereits heute sehr gut an den öffentlichen Verkehr angebunden, insbesondere durch den Westbahnhof als zentralen Verkehrsknotenpunkt, die U3 Station Schweglerstraße sowie die Buslinien 10A und 12A. Diese Qualität wird in den Planungen gesichert und weiter gestärkt.
Beteiligung
Wie wurde die Bevölkerung eingebunden?
Seit 2022 gab es mehrere Beteiligungsformate mit mehreren hundert Teilnehmer*innen. Die Ergebnisse wurden dokumentiert und in die Planung einbezogen. Weitere Beteiligungsangebote sind fest eingeplant.
Wie wird über den Fortschritt informiert?
Alle wesentlichen Unterlagen werden öffentlich bereitgestellt. Zusätzlich erfolgen regelmäßige Updates über Infobriefe, die Website und den digitalen Newsletter.
Wie kann sich die Bevölkerung einbringen?
Auch in den kommenden Planungsschritten wird es Möglichkeiten geben, sich einzubringen – etwa bei Veranstaltungen, Ausstellungen oder Online-Formaten. Alle Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.
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